Sonntag, 20. Februar 2011

[g8-2007] E-Mail/Faxkampagne für die Hungerstreikenden in Griechenland (deutsch)

Bitte mitmachen und weiter verbreiten...
Beste Grüe,
hagen

Hungerstreik in Griechenland: Es ist Zeit zu handeln

+++ Da sich der Hungerstreik der 300 seinem 30. Tag nähert, benötigen
die Streikenden dringend transnationale Unterstützung! +++ Es ist
JETZT Zeit zu HANDELN! +++ Schickt Faxe und E-Mails die griechischen
Behörden oder ruft dort an und fordert JETZT die sofortige
Legalisierung +++

Ich möchte wie ein Mensch behandelt werden – wie die Griechen. Wenn
wir Papiere bekommen, werde ich keine Angst mehr vor der Polizei
haben und ich kann legal mit Versicherung arbeiten. Aber den größten
Teil der Zeit denke ich nun: Was wird passieren, wenn der Staat keine
Antwort gibt? (Arqal, einer der Hungerstreikenden in Athen)

Seit dem 25. Januar sind 300 Migrant_innen in Athen und Thessaloníki
im Hungerstreik. Viele von ihnen leben seit über sechs Jahren in
Griechenland. Die meisten haben bei der Ernte gearbeitet – alle von
ihnen unter extrem problembehafteten Bedingungen. Ohne Papiere zu
sein bedeutet: keine Krankenversicherung, nicht ausgezahlte Löhne,
keine Möglichkeit zu reisen…

Sie haben sich entschieden, einen Hungerstreik zu beginnen, um die
bedingungslose Legalisierung aller Migrant_innen in Griechenland zu
fordern. Eine große Gruppe von Hungerstreikenden kam mit dem Schiff
aus Kreta. Unterstützer_innengruppen nahmen die Migrant_innen am
Hafen Piräus in Empfang und alle zusammen zogen dann zu einem leeren
Gebäude der Universität im Zentrum Athens. Es wurde ein
Universitätsgebäude ausgewählt, weil es seit dem Ende der
Militärdiktatur, als Soldaten mit Gewalt in die polytechnische
Universität eindrangen, der Polizei verboten ist, Universitätsgelände
zu betreten (Universitätsasyl) – aber im Fall der protestierenden
Migrant_innen wurde das Universitätsasyl nicht respektiert. Nach
Verhandlungen zogen die Hungerstreikenden dann in ein Gebäude in der
Nähe der Universität um.

Aber die Regierung hat sich bisher nicht bewegt. Der Hungerstreik
befindet sich an einem entscheidenden Punkt. Jeden Tag werden die
Hungerstreikenden schwächer. Jeder Tag bringt dramatischere
Entwicklungen. Am Freitag brach Hassan, einer der Hungerstreikenden,
während einer Pressekonferenz zusammen:

Wie Sie genau wissen, ist heute der 25. Tag des Hungerstreiks.
Bislang haben wir keine Antwort von der Regierung erhalten. Niemand
hat gesprochen. Worauf wartet die Regierung? Wartet sie darauf, dass
wir sterben?

Nachdem er diese Worte gesprochen hatte, erlitt Hassan einen
hypoglykämischen Schock und wurde bewusstlos. Der Vorfall
verdeutlicht die extreme Situation der Streikenden, die sich
mittlerweile seit über 25 Tagen in einem strikten Hungerstreik
befinden und nur Wasser, Zucker und Salz zu sich nehmen. Acht
Hungerstreikende sind zurzeit im Krankenhaus (26. Tag), Dutzende mehr
stehen vor schweren Gesundheitsproblemen. Aber bisher bewegen sich
die Behörden nicht, um die Forderung nach Legalisierung zu erfüllen.

Wir schicken eine Botschaft an den Premierminister, der gesagt hat,
dass er eine Reinigungskraft in Schweden war und Rassismus erlebt
hat. Es ist Zeit, zu intervenieren, ehe es zu spät ist. Damit es
keine Toten gibt.

Die Welle der Unterstützung für die Hungerstreikenden ist enorm
geworden: Von Angehörigen von Institutionen bis zu Gewerkschaften,
Hunderten von Künstler_innen und Intellektuellen – Tausende von
Unterstützer_innen in Griechenland und im Ausland stellen sich
solidarisch an ihre Seite. Aber offensichtlich benötigt die Regierung
mehr Druck – daher liegt es nun ebenfalls an euch. Es ist Zeit zu
handeln!

Ich glaube, dass der Widerstand von Migrant_innen gegen Abschiebung,
Schikanierung, Diskriminierung und Ausbeutung, die für ihre Rechte
und ihr Überleben kämpfen, ein einschneidendes menschliches Anliegen
unserer Zeit ist. Zusätzlich oder vielmehr untrennbar stellt er ein
wesentliches Element einer gesellschaftlichen Demokratiebewegung in
Europa dar, die Grenzen überschreitet und aus diesem Grund eine
verstärkte Xenophobie hervorruft. Die Solidarität mit den
Migrant_innen muss nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auf der
kontinentalen Ebene eine Form annehmen. (Etienne Balibar)

+++ WAS IHR TUN KÖNNT +++

Schickt Protestschreiben, -faxe und E-Mails an die griechischen
Ministerien für Inneres, für Bürgerschutz und für Gesundheit und an
die lokale griechische Botschaft und die griechischen Konsulate!
(hier findet ihr eine Kontaktliste und hier einen Entwurf für einen
Protestbrief)
Kontaktliste: http://www.learn4good.com/travel/greece_embassies.htm
Musterschreiben:
http://w2eu.net/2011/02/20/300-it-is-time-to-act-now/#faxsample

Unterstützt die Verbreitung in den Medien und schickt
Presseerklärungen an die lokalen, regionalen, überregionalen und
europäischen Medien. (hier findet ihr die Presseerklärung, die wir
verschickt haben)
press release:
http://w2eu.net/2011/02/20/300-it-is-time-to-act-now/#pressrelease

Schickt Kopien eurer Presse- und Solidaritätserklärungen an:
hungerstrike300@espiv.net

Leitet diese Nachricht in euren Netzwerken weiter und fordert andere
auf, ebenfalls zu handeln.