Samstag, 13. November 2010

[g8-2007] Fwd: Einladung zur Veranstaltungsreihe Risikozone Jugend - Und die neue Lust am Strafen

***gerne weiterleiten***


Einladung zur Veranstaltungsreihe Risikozone Jugend - Und die neue
Lust am Strafen

Jugendliche im Spannungsfeld zwischen Aufbegehren, Widerstand und
generalpräventiver Sicherheitspolitik


-> Donnerstag, 18. November 2010, 19 Uhr

Ein permanenter Ausnahmezustand
Repression gegen baskische Jugendliche aus Sicht baskischer
Anwält_innen
und Aktivist_innen der Hausbesetzer_innenbewegung

Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4


-> Donnerstag, 25. November 2010, 19 Uhr

Banlieus: permanente Revolte, Repression und die Organisierung von
Aktivistinnen in den Pariser Vorstädten
Mit Aktivistinnen aus den französsischen Banlieus

Kulturgemeinde, Waterloo-Ufer 5, U Hallesches Tor


-> Montag, 6. Dezember 2010, 19 Uhr

Ein permanenter Kriegszustand
Anti-Terrorgesetze gegen kurdische Jugendliche
Veranstaltung mit einem Anwalt aus Diyarbakir zum Antiterrorgesetz und
einer Berliner Anwältin über politische Verfolgung kurdischer
Jugendlicher in der BRD

Versammlungsraum Mehringhof, Gneisenaustr.2a

Veranstaltet von AG Risikozone
www.risikozone.wordpress.com

Weitere Informationen siehe Flyer


Risikozone Jugend und die neue Lust am Strafen

Jugendliche im Spannungsfeld zwischen Aufbegehren, Widerstand und
generalpräventiver Sicherheitspolitik


In den meisten Metropolengesellschaften haben sich mit Ende der
Systemkonkurrenz massive Verschiebungen ereignet. Dazu zählen breite
gesellschaftliche Entsolidarisierungs- und Individualisierungsprozesse,
politischer Rechtsruck und verschärfter Rassismus. Eine diffuse Angst
vor allem Fremden, vor Armut, dem Verlust des sozialen Status und
gefühlter Bedrohung vor Kriminalität und Terror kommen hinzu. Die
politische und gesellschaftliche Antwort beschränkt sich vor allem auf
Konzepte der Diskriminierung und Bestrafung.

Die Lust, widerständiges nichtkonformes Handeln abzustrafen ist nichts
Neues. Jugendliche sind in anderer Art und Weise von Repression
betroffen. Ihr rebellisches Potential erscheint bedrohlich und soll im
Sinne der herrschenden Normen zugerichtet werden. Je früher, desto
besser. Je härter, desto wirksamer. Neu an der ?Straflust? ist die
Betrachtung des Menschen als potenzielles Sicherheitsrisiko und der
Trend, die Repression vor die Tat zu verlagern.

Um die jeweiligen vorherrschenden Interessen gegenüber den neu
definierten Risikogruppen zu sichern, werden sie neuen Techniken
sozialer Kontrolle unterworfen.

Diese Veranstaltungsreihe richtet sich gegen die Formen der
präventiven Repression in der ?Risikozone Jugend?.

Dort, wo Menschen tatsächlich autonom handeln, sprechen andere von
?Räumen begrenzter Staatlichkeit?, ?Pulverfässern?, ?Flächenbränden?
oder ?Risikozonen?. Ob in Kurdistan, im Baskenland, in den Banlieues
der französischen Großstädte oder Berlin-Neuköllns ? wir wollen über
verschiedene Kämpfe von Jugendlichen in Europa informieren sowie
Anknüpfungspunkte und Perspektiven des Widerstandes diskutieren.

weitere Veranstaltungen
Ausblick Frühjahr 2011

Die Fortsetzung dieser Reihe richtet den Fokus mit drei weiteren
Veranstaltungen auf die Situation in der Bundesrepublik. Was
bedeutet die neue Lust am Strafen im Bezug auf neue Konzepte der
Prävention, Kooperation und Kriminalitätsbekämpfung?


Hintergründe der Gegenreform des Jugendstrafrechts
Welche gesetzlichen Änderungen haben sich mit dem kriminalpolitischen
Rollback seit den 90ern durchgesetzt? Vortrag und Diskussion zur
Bedeutung der Strafrechtsverschärfung am Beispiel von
Sicherheitsverwahrung, Warnschussarrest und dem Revival der
Heimunterbringung.

Datenschutz und Kooperation
Wer spielt welche Rolle? Wissenschaft, Medien, Bildung, Erziehung,
Gesundheitssystem,Sozialarbeit und Stadtentwicklung im Spannungsfeld
von vorbeugender Repression und systemkonformer Zurichtung?

Bambule

Wir zeigen den Film ?Bambule? und diskutieren mit Zeitzeuginnen über
Geschichte des Widerstands und den radikalen Bruch mit dem
repressiven (Heim)erziehungssystem der 70er.

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